Damit ihr nicht glaubt, wir würden die ganze Zeit nur herumreisen und Thermen und Reitausflüge genießen – nein, wir studieren auch brav!
Das ist auch der Grund, warum wir mehr als einen Monat brauchen, um die Ereignisse eines Wochenendes im Blog zu dokumentieren. Wir müssen zur Zeit zwei wissenschaftliche Arbeiten auf Spanisch verfassen, haben fünf Präsentationen (von denen wir zum Glück schon drei erfolgreich gehalten haben), haben in verschiedenen Fächern Tareas (Aufgaben) und Projekte zu machen und die letzten Prüfungen stehen uns noch bevor.
Da dieses Semester auf Grund eines Streiks im letzten Semester etwa zwei Wochen kürzer ausfällt, ist der Zeitplan vor allem gegen Ende enger geworden.
Im Vergleich zur Universität Klagenfurt, von wo wir es gewohnt sind, dass sich die Kurse normalerweise ab der zweiten Woche intensiv mit dem Unterrichtsstoff beschäftigen und dieses Tempo dann bis zum Semesterende im Großen und Ganzen gleich bleibt, haben wir hier an der Universidad Santa María eine andere Vorgehensweise erlebt. An der UTFSM begannen die Lehrveranstaltungen eher gemächlich mit langen und ausschweifenden Einführungen. Die Veröffentlichungen und Deadlines von Übungsaufgaben und Projekten verzögerten sich gerne mal um Tage oder sogar Wochen.
Die langsame Anfangsphase des Semesters kam uns durchaus gelegen, da wir unsere Spanischkenntnisse unter anderem mit einem Intensivkurs noch gehörig aufbessern mussten. Wir hatten zwar kaum Probleme, die Professoren zu verstehen, schließlich gab es fast überall Powerpoint-Folien, auf denen wir das Wichtigste mitlesen konnten, umso schwerer viel es uns aber anfangs Spanisch zu sprechen und zu schreiben. Obwohl wir die Professoren zumeist gut verstehen konnten, hatten wir (und haben wir teilweise immer noch) Probleme die Studenten zu verstehen, da sie gerne einen starken chilenischen Slang verwenden. Die Chilenen sprechen ohne dabei den Mund übermäßig zu bewegen, was eine verwaschene und genuschelte Aussprache zur Folge hat.
Die Lehrveranstaltungen begannen zwar langsam, dafür steigerte sich in der zweiten Hälfte des Semesters das Tempo umso mehr, um den geplanten Stoff noch durchzubringen. Gegen Ende des Semesters zeigt sich jetzt immer mehr, dass einige Studenten sehr engagiert sind und motiviert sind, auch trotz des gestiegenen Drucks das Semester gut abzuschließen, während andere sich an die langsame Gangart gewöhnt haben und jetzt zu Präsentationen plötzlich sterbenskrank sind und die Übungsaufgaben nicht abgeben können, weil der Hund sie gefressen hat…
Eine andere Beobachtung betrifft die anderen Auslandsstudenten, speziell jene aus Deutschland. Im Gegensatz zu uns müssen einige anscheinend keine Mindestanzahl von ECTS-Punkten oder Semesterwochenstunden vorweisen, um eine Förderung zu erhalten. Das hat zur Folge, dass fast alle deutschen Auslandsstudenten mittlerweile, wenn überhaupt, nur mehr einen Bruchteil der begonnen Kurse abschließen und viele jetzt schon auf Reisen durch Südamerika sind.
Wir sind auf jeden Fall immer noch da und studieren bis zum Ende des Semesters, auch wenn manchmal die direkte Aussicht auf den Strand zu verlockend ist.
Das nächste Mal gibt’s wieder jede Menge tolle Fotos und interessante Reiseberichte.
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Auf diese Eintragung habe ich schon gewartet,
alles Gute für die letzten Prüfungen!!
Hallo Ihr!
Für das Studium Eurer Homepage brauche ich Wochen, dann seid Ihr wieder in der Heimat. Die Tagesgeschehnisse müssen ja unheimlich zahlreich sein, ein dichtes Programm an Aufgaben, Arbeiten und auch an Erlebnissen. Mein Programm ist ebenfalls sehr anstrengend, aber die Erlebnisse fehlen. Thomas ist krank, ich sitze zu hause, unterhalte und tröste ihn. Er ruft bereits nach mir, Buch schauen und Nase putzen. Jedenfalls melde ich mich wieder, um Euch ein paar ruhigere Tage zu Weihnachten zu wünschen.
Bis bald!
Judith