Tag 5 & 6: Busfahrt nach Punta Arenas

Wenn man von Puerto Montt nach Punta Arenas fahren will, muss man dafür durch Argentinien fahren. Beide Städte befinden sich zwar in Chile, aber es gibt keine chilenische Verbindungsstraße, da sich das Campo de Hielo Sur, ein schier endloses Gletschergebiet, dazwischen befindet…

Los ging’s um 11 Uhr am Busbahnhof von Puerto Montt. Die Strecke verlief erst zurück nach Osorno, da von dort eine Straße über die Anden führt.

Busfahrt über die Anden

See nahe San Carlos de Bariloche

Chilenische Reisebusse bieten ausgezeichneten Komfort, aber nach stundenlangem Gekurve über die Anden sind dem kleinen Jungen schräg hinter uns der übersüßte Saft und das Mittagessen doch wieder hoch gekommen.

Zum Abendessen haben wir bei einem kleinen „Restaurant“ namens „Donde Maggie“ (zu dt. „Zur Maggie“) gehalten. Dort konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen. Das Donde Maggie liegt bei El Foyel mitten im argentinischen Nirgendwo

Donde Maggie

Sonnenuntergang bei Donde Maggie

Nina bei Donde Maggie

Michi bei Donde Maggie

Sonnenuntergang bei Donde Maggie

Weiter ging die Reise erst Richtung Atlantikküste und dann immer nach Süden. Am nächsten Morgen hielten wir kurz an einer Tankstelle zum Frühstück.

Zu dieser Zeit war der kleine Junge schräg hinter uns nur noch ein Häufchen Elend, bleicher als ein Vampir. Das Abendessen hat es in seinem Magen natürlich nicht allzu lange ausgehalten.

Wir durchfuhren die argentinische  Pampa… Viel Abwechslung gibt’s in der Landschaft nicht – umso schöner sind aber die Wolken.

Morgengrauen in der argentinischen Pampa

Argentinische Pampa

Noch mehr argentinische Pampa

Irgendwann am Nachmittag fuhren wir durch die erste Stadt an diesem Tag: Rio Gallegos.

Rio Gallegos

Bald danach kam auch schon die Grenze nach Chile.

Grenze nach Chile

Gegen 19 Uhr kamen wir, nach 32 Stunden (!) Fahrt, endlich in Punta Arenas an. Dass die Reise laut Fahrplan nur 29 Stunden hätte dauern sollen, war uns dann auch schon egal. Mehr über Punta Arenas und die umgebenden Sehenswürdigkeiten gibt’s nächsten Mal…

Tag 4: Puerto Montt

Nach unseren Zwischenstopps in Osorno und am Lago Llanquihue erreichten wir am vierten Tag unserer Reise Puerto Montt.

Puerto Montt

In früheren Zeiten verlief die chilenische Eisenbahn bis Puerto Montt. Daher findet man in einem Park neben der Strandpromenade noch Erinnerungen an diese Zeit.

Park in Puerto Montt

Nina und die Dampflokomotive

Wir waren entlang der Strandpromenade spazieren. Dort stehen Denkmäler mit Büsten von Berühmtheiten der chilenischen Geschichte, von Hernán Merino Correa, über Bernardo O’Higgins, bis Ignacio Carrera Pinto.

Strandpromenade von Puerto Montt

Bei der Stadtbesichtigung darf natürlich die Kirche am Plaza Municipal nicht fehlen.

Kirche am Plaza Municipal

Die riesige Mall Costanera mit den zwei Türmen ist eines der beiden Einkaufszentrum in Puerto Montt. (Genaugenommen besteht die Mall nur aus dem breiten gelben Streifen des Gebäudes, die beiden Türme beherbergen Büros.) Von außen ist es eines der dominantesten Bauwerke der Stadt. Von innen erscheint das Gebäude wie eine gigantische Fehlkonstruktion. Es ist unübersichtlich, die Spezialität des Hauses ist das 1,5te Stockwerk, das ist eine verwinkelte Etage mit kaum 2 m Höhe, in der dicht an dicht Basarständchen mit allerlei Ramsch aufgebaut sind, durch die man förmlich durchgeschoben wird. Im zweiten Obergeschoß befinden sich fast ausschließlich Fastfood-Imbisse, mal abgesehen davon, dass ein Teil der Etage leer steht. Wenigstens hat man durch die Fensterfront eine gute Aussicht auf die Insel Tenglo vor der Küste Puerto Montts. Und wenn man dabei einen guten Caesar Chicken Salad genießt, ist das alles nicht mehr soo schlimm.

Mall Costanera von Puerto Montt

An diesem Tag haben wir nicht mehr viel unternommen, weil wir am nächsten Morgen nach Punta Arenas aufgebrochen sind. Zwischen den beiden Städten ist sogar am Globus jede Menge Platz.

Puerto Montt

Puerto Montt

Isla Tenglo

Einen Abstecher auf die Isla Tenglo haben wir uns für den nächsten Besuch in Puerto Montt aufgehoben, aber zuerst: ab nach Punta Arenas!

Tag 3: Lago Llanquihue

Nach einer „kleinen“ Sommerpause wollen wir endlich weiter von unserer Reise in den Süden Chiles erzählen:

Nach unserem eintägigen Aufenthalt in Osorno war unser nächstes Ziel der Llanquihue-See (im Spanischen wird das Doppel-L zu einem „J“, das „QU“ zu einem „K“ und das „H“ ist stumm, sprich: Jankiiwuä).

Wir haben in der Früh gleich den ersten Bus nach Frutillar genommen, einem kleinen und idyllischen Städtchen am Westende des Lago Llanquihue. Nach einer Torte zum Frühstück in einer, im Reiseführer empfohlenen aber unserer Meinung nach überbewerteten, Pastelería sind wir durch die Unterstadt spaziert.

Frutillar

Kirche in Frutillar

Unterstadt?? Frutillar besteht aus zwei Teilen, die knapp 2 km voneinander entfernt sind: Frutillar Alto (die Oberstadt) und Frutillar Bajo (die Unterstadt) direkt am See. Frutillar Bajo besteht hauptsächlich aus zwei breiteren Straßen, die parallel zum See verlaufen, und natürlich den Häusern und zwei Kirchen dazwischen. Das einzige Gebäude direkt am Strand ist ein Theater, das Teatro del Lago, das zurzeit renoviert wird. In Frutillar findet jedes Jahr Ende Jänner ein berühmtes Musikfestival, die Semanas Musicales, statt.

Teatro del Lago in Frutillar

Anschließend haben wir uns an den Strand gesetzt, der um diese Uhrzeit noch menschenleer war und haben den ruhigen und dunkelblau schimmernden See bewundert. Und nachdem sich die letzten Wolken und Nebelfelder verzogen hatten, war in der Ferne auch noch der Vulkan Osorno zu sehen.

Frutillar

Lago Llanquihue

Vulkan Osorno über dem Lago Llanquihue

Der Lago Llanquihue ist übrigens mit einer Fläche von über 860 km² der zweitgrößte See Chiles.

Frutillar

Lago Llanquihue

Frutillar

Lago Llanquihue

Bevor wir weiter nach Puerto Varas gefahren sind, sind wir noch ein bisschen durch die Straßen spaziert. In der ganzen Stadt sieht man die Einflüsse deutscher Siedler. So bestehen zum Beispiel die Fassaden vieler Häuser aus Holzschindeln. Solche Hauswände haben wir im Süden Chiles später noch oft gesehen…

Frutillar

Frutillar

Frutillar

Frutillar

Am Nachmittag sind wir mit dem Bus nach Puerto Varas, der nächsten Stadt am Lago Llanquihue, gefahren.

Puerto Varas

Puerto Varas

Puerto Varas

Michi in Puerto Varas

Puerto Varas ist zwar ungefähr doppelt so groß wie Frutillar, aber nicht weniger verschlafen – mal abgesehen von diesen fünf fleißigen Arbeitern. (Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern!)

Wartungsarbeiten in Puerto Varas

Tags darauf sind wir nach Puerto Montt weiter gereist, aber davon nächstes Mal mehr…

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